
Sauerteig ansetzen – Schritt für Schritt im Glas
Sauerteig selber machen: So startest du im Glas
Sauerteig ist seit Jahrhunderten die Grundlage für aromatisches, bekömmliches Brot. Durch die natürliche Fermentation entstehen nicht nur unverwechselbare Aromen, sondern auch wertvolle Nährstoffe und eine bessere Verdaulichkeit. Wenn du Sauerteig ansetzen möchtest, brauchst du nur etwas Mehl, Wasser und Geduld. Welche Mehlsorten sich am besten eignen, erfährst du im großen Mehlvergleich. Mit dieser Anleitung gelingt dein Sauerteig Starter garantiert.
Zutaten für den Sauerteig
- 100 g Roggenmehl (Typ 1150 oder Vollkorn)
- 100 ml lauwarmes Wasser
- 1 Einmachglas (ca. 300-350 ml)
- Sauberes Tuch oder Deckel (nicht luftdicht verschließen)
Sauerteig ansetzen – Schritt-für-Schritt-Anleitung
Tag 1
- 100 g Roggenmehl und 100 ml Wasser ins Glas geben.
- Mit einem Löffel gründlich verrühren, bis keine Klumpen mehr vorhanden sind.
- Locker abdecken und bei Zimmertemperatur (ca. 20–25 °C) stehen lassen.
Tag 2–4 (tägliche Fütterung)
- Jeden Tag zur gleichen Zeit 50 g Sauerteig aus dem Glas in eine Schüssel geben.
- Mit 50 g Mehl und 50 ml Wasser gut verrühren.
- Das Glas gründlich ausspülen oder ein frisches Glas nehmen.
- Den frisch angerührten Sauerteig wieder ins Glas füllen.
- Vorteil: Das Glas bleibt sauber, und das Risiko für Schimmel oder unangenehme Gerüche sinkt deutlich.
Tag 5
- Der Sauerteig ist fertig, wenn er viele kleine Bläschen zeigt und angenehm säuerlich riecht.
- Bei kühleren Temperaturen kann es 1–2 Tage länger dauern, bis der Sauerteig aktiv genug ist.

Nach 5 bis 7 Tagen Blubbern und Reifen hast du deinen eigenen Sauerteig Starter. Er ist die Basis für alle künftigen Brote und kann bei guter Pflege viele Jahre halten.
Damit dein Sauerteig aktiv bleibt, musst du ihn regelmäßig füttern. Am besten gehst du so vor: Du nimmst einen Teil vom Ansatz ab, rührst ihn in einer Schüssel mit frischem Mehl und Wasser an und gibst die Mischung dann wieder ins Glas zurück. So bleibt dein Sauerteig kräftig, blubbert zuverlässig und ist jederzeit einsatzbereit.
Tipps für einen aktiven Sauerteig
- Stelle das Glas an einen warmen Ort (20–25 °C), fern von Zugluft.
- Verwende immer sauberes Besteck, ich nehme hierfür einen Holzlöffel, und ein sauberes Glas.
- Wenn der Teig zu flüssig wirkt → beim nächsten Füttern etwas weniger Wasser verwenden.
- Bei längerem Nichtgebrauch kannst du den Sauerteig im Kühlschrank aufbewahren.
Typische Anfängerfehler beim Sauerteig ansetzen
Viele Backbegeisterte geben zu früh auf, weil der Sauerteig nicht sofort aktiv wird. Dabei sind es oft kleine Fehler, die den Start erschweren.
- Zu wenig Geduld: Ein Sauerteig braucht mehrere Tage, bis er kräftig genug ist.
- Falsche Temperatur: Optimal sind 22–26 °C. Zu kalt → er gärt nur langsam, zu warm → er kippt schnell.
- Zu wenig Futter: Der Ansatz muss regelmäßig mit frischem Mehl und Wasser versorgt werden, sonst „verhungern“ die Mikroorganismen.
- Falsches Mehl: Roggenmehl ist am aktivsten für den Start. Mit Weizen oder Dinkel dauert es oft länger.
Mein Tipp: Ruhe bewahren! Selbst wenn der Ansatz anfangs träge wirkt – regelmäßiges Füttern bringt ihn fast immer zuverlässig in Schwung.
Fazit
Sauerteig ist ein unverzichtbarer Bestandteil für gesundes Brot. 👉 Einen Überblick über weitere wichtige Backzutaten findest du in unserer Zutaten-Übersicht
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Häufige Fragen (FAQ)
Wie lange hält sich Sauerteig im Kühlschrank?
→ Mit regelmäßiger Auffrischung kann er praktisch unbegrenzt verwendet werden.
Kann ich statt Roggenmehl auch Dinkelmehl verwenden?
→ Ja, das ist möglich. Zum Start eignet sich Roggenmehl aber besser, da es aktiver gärt und den Ansatz zuverlässiger in Schwung bringt. Warum Sauerteig Brote aromatischer und oft bekömmlicher macht, erklärt die Verbraucherzentrale
Wie kann ich Sauerteig selber machen?
→ Sauerteig selber machen ist einfach: Du brauchst nur Mehl, Wasser und etwas Zeit. Mit dieser Schritt-für-Schritt-Anleitung im Glas gelingt dir dein eigener Starter.
Was ist ein Sauerteig Starter?
→ Der Starter ist der Grundansatz, den du beim Ansetzen züchtest. Er enthält wilde Hefen und Milchsäurebakterien, die deinen Brotteig lockern und aromatisch machen.
Wie oft muss ich Sauerteig füttern?
→ Bei täglichem Backen kannst du ihn jeden Tag füttern. Wenn er im Kühlschrank ruht, reicht es, ihn etwa einmal pro Woche aufzufrischen.
Dieser Beitrag ist Teil unserer Übersicht Zutaten für gesundes Brot. Dort findest du weitere Infos zu Mehlsorten, Saaten & Körner, Flüssigkeiten und anderen wichtigen Backzutaten.
